

Ein Fitzek der etwas anderen Art. So würde ich "Noah" beschreiben, werden in diesem Buch nicht die menschlichen Abgründe ausgelotet, sondern vielmehr der Fokus auf ein gesellschaftliches Problem gelenkt: unseren Umgang mit der Natur und deren Ressourcen, sei es nun Nahrung, Wasser oder den fossilen Brennstoffen. Eingebettet ist diese ökologische Botschaft in einer rasanten und actionlastigen Rahmenhandlung, in deren Zentrum die Hauptfigur Noah steht, der nach einer Schußverletzung in der Schulter sein Gedächtnis verloren hat. Und hier komme ich zu einem der großen Pluspunkte des Buches: Noah auf seinem Weg zur Wahrheit zu folgen ist wirklich extrem spannend, kurzweilig, regt zum Nachdenken an und ist fesselnd (zumindestens wenn die ersten 2-3 Kapitel überstanden sind. Die fand ich etwas zäh).
Leider gibt es kaum Krimis und Thriller, an denen ich nicht das eine oder andere auszusetzen hätte. So dann auch bei "Noah":
- Noah hat einen Gedächtnisverlust erlitten, nachdem ihm jemand in die Schulter geschossen hat. Wenn ihr jetzt einen verdatterten Gesichtsausdruck ob dieser Tatsache habt, dann geht es euch so wie mir. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber über so etwas kann ich echt ein ganzes Buch lang grübeln. Zum Glück wird im späteren Verlauf eine andere Erklärung für den Gedächtnisverlust gegeben, mit der ich dann auch leben konnte.
- Warum nur mußte wieder eine Quotenfrau mit in die Handlung geschrieben werden. Diese Figur diente keinem speziellen Zweck und ist wohl als klassisches MacGuffin anzusehen. Ein notwendiges Übel um die Handlung voranzutreiben. Das habe ich in diesem Buch als deplaziert empfunden.
Da dies aber wirklich nur Kleinigkeiten sind, gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Sebastian Fitzeks "Noah".